„Keltische Weisen wehen durchs Schloss

Wer bisher noch nicht erfahren hatte, wie sehr Musik die Sinne betören kann, der hat es beim Konzet „Barocco celtico" im Schloss Montfort erleben können. Charismatisch und sinnlich haben Dorothee Oberlinger und Tom Daun auf Flöten und Harfen höfische Klänge aus Irland und Schottland des 17. und 18.Jahrhunderts herübergebracht.

Für die herben, melancholischen Klänge aus irischen Landsitzen, schottischen Schlössern oder nebelverhangenen Highlands hat der Sommer extra Pause gemacht und das Langenargener Schloss in Wolkengrau und Nebel gehüllt. Drinnen ist auch der letzte Stuhl besetzt, als zu den ersten sehnsuchtsvollen Harfenklängen die Flötistin mit ihrem Insturment durch den Gang zur Bühne zieht. Rasch wechselt die Stimmung, aus Sehnsucht wird ein putzmunteres Trillern...(...)

Sensibel gehen die beiden aufeinander ein, verzaubern mit ihrem jeweiligen Instrument solistisch und im Duo die Zuhörer, erzählen charmant von den Komponisten und vermitteln eindrucksvoll, wie die alten keltischen Melodien nach barocker Mode in höfisch schillernde, üppig verzierte Kompositionen verwandelt wurden.

Beide Interpreten sind Meister ihrer Instrumente, für die nicht die technische Virtuosität zählt, die ihnen selbstverständlich ist, sondern weit mehr das ausdrucksvolle, charaktervolle Spiel - ganz gleich ob in der tiefen Trauer eines „lament", in der sprühenden Lebenslust einer Tanzmelodie oder im Auskosten von Nicola Matteis' „schottischem Humor", bei dem die Flöte übermütig kichert und lacht. Ein begeisterndes Konzert!"

Rezension vom 18.08.08 / Schwäbische Zeitung Friedrichshafen